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Gefährdetes glasmalerisches Kulturerbe ?
Fehlentwicklung für Schutz und Erhalt von Glasmalereien
Erfahrungsbericht aus dem Alltag eines Glasmalers der aktuellen Gegenwart 2016



Leider vergrössert sich die Distanz zum Kunsthandwerk in zunehmenden Masse. Ein immer selten werdendes Kunsthandwerk bangt um seinen Nachwuchs, weil inzwischen die Auszubildenden keine ganzheitliche Vermittlung dieses Berufszweigs in Erfahrung bringen können. Viele Einflüsse durch falsch verstandene Unverbindlichkeiten und praxisfremder Experimente helfen mit, diesen Beruf des Glasmalers und Kunstglasers verkümmern zu lassen.


Die Glasmalerei im Bereich der Restauration und Reparatur-Ausführung, bietet eigentlich ein breit gefächertes Arbeitsfeld, sich im Ernstfall von geschädigter Substanz, nicht einzig mit der Theorie, der rein wissenschaftlichen Analysen und Untersuchungen auseinander-zusetzen.


Die eigentlichen Macher, also die gelernten Glasmaler und Kunstglaser werden in der Zwischenzeit, durch die missverständliche Art von kolportierter Verwissenschaftlichung, heute vermehrt aus ihrer verantwortungsbewussten Rolle ver-/gedrängt. Das heisst, mancherorts funktionieren die Glasmaler /Kunstglaser bloss noch als Befehlsempfänger, um ihre Aufgabe an gefährdeten oder geschädigten Glas-Blei-Objekten zu erfüllen. Aus nachvollziehbaren Ängsten den Auftrag zu verlieren, sind sie oftmals bereit, auch unkonventionelle oder nicht ganzheitlich ausgewogene Reparatur-Methoden anzuwenden, aber meistens im Wissen, eben der Substanz für ihre Zukunft damit eher Schaden zu zufügen (z.B. die heute noch immer zum Einsatz gelangten, nicht hinterlüfteten Schutzverglasungen bei Glasmalereien).



Aus welchen Gründen auch immer, ist es einmal die Budgetvorgabe oder die Beeinflussung einer praxisfremden Doktrin einiger Vertreter der Wissenschaft, die ein Individuum eines Glasmalers verleiten lassen, sich während einer Reparaturausführung dadurch eher auf einem unverbindlichen Pfad zu bewegen. In vielen Fällen eine niveaulose Angleichung mit negativen Folgen. So ist es nicht verwunderlich, wenn man in relativ kurzer Zeit, auf eigentlich vermeidbare Unzulänglichkeiten trifft. Nach einer aktuellen Sanierung sollte man dies ausschliessen dürfen.


Damit sind genau diese Vertreter aus Wissenschaft und Historie gemeint, welche sich während einer Umsetzungsphase von Restaurationsmassnahmen vielfach mit Halbwahrheiten einbringen. Demnach sind sie ebenso mit verantwortlich, wenn durch unrichtige Anweisungen und Auflagen, die angestrebte Zielsetzung eines verbesserten Schutzes für die Substanz nicht erreicht wird. Besonders schwer wiegt - wenn dadurch der Substanz noch mehr Schadenspotential zugeführt wird.



Eine unprofessionale Aussage beinhaltet zum Beispiel auch, wenn Historiker oder Wissenschaftler entgegen jeglicher Sachlichkeit behaupten, bei einem zu beanstandeten Reparatur-Eingriff an einer Glasmalerei (aus früherer Zeit), handle es sich einzig um eine historisch gewachsene Situation, innerhalb einer bestimmten Zeitepoche. Solch beliebiger Interpretationen bedient man sich gerne und ebenso beinhaltet z.B. die viel zitierte Schlüssel-Aussage für bevorstehende Restaurationsmassnahmen: "so viel wie nötig, so wenig wie möglich" - eine eher irreführende Interpretation - die einer Beurteilung oder eines Beschlusses in einer bestimmten Angelegenheit zu viele Tore offen hält.



Fehleingriffe wären mehrheitlich zu vermeiden, wenn man möglichst ganzheitlich mit einer vorhandenen Schadensbehebung /Situation umgehen lernt. Meistens resultiert ein Ist-Zustand aus verschiedenen Faktoren, welche die Substanz bedrohen kann und diese müssen möglichst umfassend aufgeklärt, analysiert und untersucht werden.

Es geht darum wiederkehrende Gründe, welche die Substanz gefährden, wenn immer auch möglich ganz zu erfassen, um sie in verbindlicher Form aufzuheben.



Eine ausgewogenere Zusammenarbeit - zwischen Wissenschaft und Praxis - auf Augenhöhe soll stets für Entscheide in Zusammenhang von verarbeitungstechnischen Massnahmen mit einbezogen werden. Ohne gleichermassen auf eine praxisorientierte Verbindlichkeit zu achten und sie bei Bedarf sensibilisiert umzusetzen, werden nach und nach die Original-Bestände von ihrer bisher zugestandenen Position verschwinden.

Martin Halter, gelernter Glasmaler und Kunstglaser EFZ, 50-jähriges Berufsjubiläum 1965-2015
 


Glasmaler-Restauratoren-Atelier HALTER in Bern /Schweiz

 
Mehr Informationen unter: http://www.glasmalkunst.ch